DEAR DIARY,


wenn wir in den letzten zwei Jahren bedingt durch die Corona-Pandemie etwas gelernt haben, dann ist es, dass alles 1. anders kommt als man 2. denkt. Was dazu geführt hat, dass einzelne Bandmitglieder keine Termine mehr in den Kalender schreiben, aus Angst, dass sie dann nicht mehr stattfinden. Neuerdings finden jedoch auch diese Termine nicht mehr statt … so geschehen an diesem Wochenende.


Freitag mittag war die Welt noch in Ordnung … Frohen Mutes packen wir die Autos bis unter die Decke voll mit Equipment, Klamotten und Proviant und begeben uns auf die A1 Richtung Niedersachsen. Etwa auf Höhe Osnabrück eingehender Anruf des hiesigen Veranstalters aus Varel. „Ich wollte Euch nur sagen, die Veranstaltung morgen ist abgesagt.“ WHAT THE F***!? Wir versuchen: „Du verarscht uns doch jetzt!?“ Nope. Keine Verarsche. Tja, was tun? Die Unterkunft ist gebucht, wir sind auf halber Strecke … also weiter. Da wir so gut wie die komplette Backline verladen haben, die Überlegung: Irgendwo muss eine Ausweich-Location her. Kennen wir nicht wen, der jemanden kennt, der jemanden kennt? Wir haben da so ein paar Ideen … 


Bei Ankunft an unserem gebuchten Ferienhaus hat sich bereits ein kleiner Lichtstreifen am Horizont aufgetan, aber genaueres werden wir erst am kommenden Vormittag erfahren können. Das Wetter draußen ist mies, wir versorgen uns dagegen mit Nudeln und hochprozentigen Beruhigungsgetränken. Da es einen Geburtstag zum nach- und einen anderen zum reinfeiern gibt, gibt es dazu auch gebührenden Anlass. Am nächsten morgen (oder vormittag) kommt dann tatsächlich die Mitteilung: Es gibt einen Laden in Westerstede, wo wir spontan spielen können! Theus und Knuffi begeben sich direkt zur Lagebesprechung vor Ort, und tatsächlich: es kann alles organisiert werden, wir müssen nun kräftig die FB- und Insta-Werbetrommel rühren, und dann geht es los! Und kaum zu glauben: Dank engagierter Helfer wird binnen weniger Stunden aus einem Billiard-Café ein waschechter Rockschuppen! Mal sehen, was die Ammerländer zum Überraschungs-Besuch aus dem Ruhrgebiet sagen … ;)


Stagetime 21 h … trotz kräftiger Last-Minute-Online-Werbung sind leider weniger Leute im Bachmann´s Pub als erhofft und der eine oder andere guckt recht skeptisch, als wir loslegen. Immerhin, neugierige Blicke und ein Ausrichten der Sitzordnung in unsere Richtung können wir verzeichnen. Wir nehmen das als positives Zeichen und setzen unsere Überzeugungsarbeit fort. Und tatsächlich: Nach einem grandiosen Drumsolo von und einem Geburtstags-Toast für Knuffi platzt der Knoten kurz vor unserem großen Finale und der Abend endet mit ausgelassener Stimmung vor der „Bühne“ bzw. einem „Bad“ in der Menge von Shirley, Theus und Sanni. Und nach Ausklang des letzten Tons sind wir - das Publikum, Wirt, Tontechniker und Band - uns einig, dass wir das mit etwas Vorlauf nochmal machen müssen und gießen da - damit es besser in Erinnerung bleibt - noch ein paar Kaltgetränke drauf … (wenn da nur nicht der Abbau wäre). Und ehe wir es vergessen: Zum „wir“ gehören heute auch mal wieder Ernest, unsere „1.-Wahl-Bass-Vertretung“ sowie unsere Lieblingsautorin Pia, heute in der Verkleidung der „Mad-Hatterin“ verantwortlich für die Hutkasse …


Unser großes Dankeschön geht an Vicko und Tommy, Ihr habt das völlig Unmögliche möglich gemacht, und an alle anderen netten Menschen, mit denen wir uns im Laufe des Nachmittags und des Abends unterhalten durften! Wir hoffen, wir sehen uns tatsächlich im nächsten Jahr wieder und feiern das dann richtig!


Sonntag geht es dann nach kurzem „Frühstücks-Break“ wieder auf die Autobahn … nachdem es morgens in Friesland sogar sonnig war, wird das Wetter in Richtung Ruhrgebiet immer schlechter. Pia und Ernest haben wir verabschiedet, in Bochum sind wir mit Mathias verabredet, der nun wieder den Job am Bass übernimmt. Um die Alsenstrasse herum ist kein Parkplatz zu finden, die Laune sinkt, zumal es inzwischen ohne Unterlass regnet und die Temperaturen bei ca. 10 Grad Celsius liegen. Haben wir erwähnt, dass wir Open-Air spielen? … und noch während der Parkplatzsuche kommt dann die Nachricht von Shirley und Knuffi, die als erste vor der Bühne eingetroffen sind: Die Veranstaltung wird nun unterbrochen bzw. abgesagt, da die Bühne unter Wasser steht und gerade auch der Strom ausgefallen ist. Ja, ist es noch …? Allerdings sehen wir hier weder Spielraum noch haben wir die Energie, zu protestieren, also drehen wir direkt um und schleppen unsere Brocken in den Proberaum. Und so geht ein unfassbares Wochenende zu Neige …


Wir hoffen, das findet keine Wiederholung und wir sehen uns nächste Woche in Gelsenkirchen zum Lok-Rock am Bahnbetriebswerk / Bismarck-Beach! Keep rockin´!


Eure WAs

Shirley * Sanni * Theus * Ernest/Mathias * Knuffi 





Foto: Pia Lüddecke

T O U R B O O K


17.09.2022 - BACHMANN´S PUB, WESTERSTEDE